So gelingt der Abschied von Insellösungen
Interview mit Bernhard Labenbacher - ÖBB Technisches Service

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Wie Augmented Reality Altsysteme als Instandhaltungstool ablösen wird: Bernhard Labenbacher, IT-Projektleiter bei den Technischen Services der ÖBB, im BOOM-Interview über die Zukunft von Maintenance im industriellen Umfeld und den sukzessiven Abschied von Papier.

1. Welche Bedeutung hat die Digitalisierung der Instandhaltung in Ihrem Unternehmen?

Wir stehen derzeit noch am Anfang und beginnen gerade schrittweise Digitalisierung voranzutreiben und produktiv einzusetzen. Unser Unternehmen setzt sehr auf Modernisierung und Digitalisierung. Daher führen wir das Projekt mit entsprechender Priorität durch. Ziel ist es, in den nächsten (ca.) zwei Jahren unsere Instandhaltung papierlos abzuwickeln.

2. Wie wurde das digitale Erfassen von Instandhaltungsmaßnahmen in Ihrem Unternehmen vorangetrieben?

Es wurde ein Projekt mit sehr großem Umfang gestartet, um alle Abteilungen und Prozesse abzudecken. Im Rahmen des Projekts gibt es große Aufwendungen im Bereich Marketing, um vor allem alle Mitarbeiter an die IT-Systeme (Tablets, PC, Touchbildschirme, Terminals) herangeführt werden können. Aber am wichtigsten: Wir setzen das Thema Digitalisierung schrittweise um und ersetzen nach und nach die notwendigen Arbeitspapiere.

3. Wie wichtig werden Instandhaltungsdaten künftig werden?

Am Anfang das Entscheidende: Wir müssen uns von Insellösungen wie Excel-Listen auf lokalen PC-Festplatten verabschieden. Die Pflege und Aktualisierung der Instandhaltungsdaten wird dafür ein Hauptfaktor für die Zukunft sein, außerdem wollen wir Daten in Echtzeit bieten - und auch verarbeiten können. Insbesondere jene, die in der Cloud liegen.

4. Was bedeutet innovative Instandhaltung für Sie?

Aus meiner Sicht müssen wir speziell die präventive Instandhaltung vorantreiben, da ich hier großes Potenzial orte. Sensoren liefern ständig den Zustand der einzelnen Bauteile - daher müssen wir mehr dieser hochintelligenten Komponenten verbauen, aber auch in der Lage sein, diese Daten dementsprechend auswerten und interpretieren zu können. Technisch gesehen wird meiner Meinung nach über kurz oder lang jeder Mitarbeiter mittels Datenbrille und "Augmented Reality" in die digitale Welt eintauchen.