Firmenbeteiligung
Boom Software setzt auf Cloud-Technologie

Boom-AdlerBoom-Adler

Mit branchenübergreifenden Instandhaltungslösungen ist die steirische BOOM Software in mehr als 35 Ländern erfolgreich: Mit einer Firmenbeteiligung am oberösterreichischen Kleinbetrieb SEAMTEC erschließt der Softwarespezialist nun auch innovative Cloud-Lösungen – insbesondere für Wasserkraftwerke. 

LEIBNITZ/ROHRBACH. Etwas über 3.000 Kleinwasserkraftwerke stehen in Österreich – sie versorgen rund 1,7 Millionen heimische Haushalte mit elektrischer Energie. Der Strom von mehr als der Hälfte der österreichischen Haushalte wird nachhaltig aus Wasserkraft erzeugt. Weltweit kommen gar 92 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung aus der Wasserkraft. Dieses global hohe Aufkommen von insbesondere Kleinwasserkraftwerken macht sich SEAMTEC seit der Unternehmensgründung 2009 zunutze: Das oberösterreichische Unternehmen hat sich auf die Steuerung und Automatisierung von Wasserkraftwerken bis 20 Megawatt in der ganzen Welt spezialisiert – dabei setzt der Kleinbetrieb auf moderne Cloud-Lösungen.

Beteiligung durch BOOM Software

„Die SEAMTEC-Technologien lesen Zustands- und Veränderungsdaten des jeweiligen Kleinwasserkraftwerks aus. Der entscheidende Vorteil: Auf Basis dieser Daten können Anlagen auch über die Cloud angesteuert werden – und somit von jedem beliebigen Standort aus weltweit“, erklärt Andreas Schaller, Vorstand der steirischen BOOM Software. Das 50-köpfige Leibnitzer Softwareentwicklungsunternehmen, das einen weiteren Standort in Deutschland betreibt, beteiligt sich ab sofort mit 20 Prozent am Unternehmen. Für Schaller eine Win-Win-Situation: „Die Beteiligung an SEAMTEC erlaubt es, unser Leistungsportfolio weiter auszubauen. Konkret können wir dadurch die gesamte Servicepalette von der wertschöpfenden Instandhaltung bis zur intelligenten Steuerung von Anlagen abdecken.“ 

Globale Steuerung

Konkret: Von SEAMTEC servicierte Wasserkraftwerke etwa in den Philippinen, Indien, Armenien und Chile können so jederzeit – zum Beispiel aus Österreich – gestartet und gestoppt werden. Aber auch Fehler in den Anlagen können durch die hochtechnologische Lösung zentral Service-Prozesse wie Ersatzteilbestelllungen auslösen – ab sofort auch auf Basis von Daten, die durch BOOM Software aufbereitet werden.

Ausweitung auf neue Branchen

SEAMTEC-Gründer und -Geschäftsführer Peter Reiter wiederum profitiert vom breiten Netzwerk der BOOM Software, deren Software-Lösung unter anderem für die Instandhaltung von über 40.000 Schienenfahrzeuge der ÖBB verantwortlich zeichnet: „BOOM Software ist neben unseren Kernmärkten Wasserkraft und Energietechnik vor allem in der Industrie, im Anlagenbau und in der Bahnbranche sehr stark. Durch das Engagement der BOOM erhoffen wir uns, auch in diesen Branchen stärker zu wachsen“, erklärt Reiter. 

Hohes Potenzial für digitale Fabrik

Insbesondere in der produzierenden Industrie eröffnet das Zusammenspiel aus der BOOM-Instandhaltungslösung und der vernetzten Automatisierung durch SEAMTEC massives Innovations- und Wachstumspotenzial: „Durch das Verschmelzen unserer Technologien kommen wir der digitalen Fabrik sehr viel näher: Die ausgelesenen Maschinendaten werden in einem Zentralsystem eingespeist und analysiert. Auf Basis dieser Daten steuern wir Anlagen in Werken aktiv und ortsunabhängig an“, sagt Schaller. 

Mitarbeiter: Mittelfristige Verdoppelung

Für Schub soll die oberösterreichisch-steirische Kooperation auch am Arbeitsmarkt sorgen: Von aktuell zehn Mitarbeitern soll SEAMTEC bis Ende 2018 auf mindestens 20 Beschäftigte anwachsen. Für Reiter ist das Ende der Fahnenstange dann allerdings noch nicht erreicht: „Wir sind ein junger, dynamischer Arbeitgeber mit spannenden Projekten rund um den Globus und einer stark wachsenden Auftragslage – unsere Vorstellungen für das Unternehmen gehen durch die Beteiligung der BOOM Software noch viel weiter“, hat der SEAMTEC-Gründer noch große Ziele.