4.0 Fragen an...
Gerhard Kormann

1.0: Ist die Erwartungshaltung an "Industrie 4.0" zu groß?

Gerhard Kormann: „Die Wunschvorstellung eines jeden Managers ist es, dass die Business-Ziele bekannt und effiziente Prozesse aufgesetzt sind, das Team aufgestellt ist und alles wie geschmiert läuft. Diese Sehnsucht nach der „überraschungsfreien Zukunft“ wird allerdings auch von Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 nicht erfüllt werden können.

2.0: Was ändert sich durch Industrie 4.0 für das Management?

Gerhard Kormann: „Für das Management wird es in Zukunft immer wichtiger werden, sich rasch an die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen anzupassen – von den Märkten über die Mitarbeiter bis hin innovativen Technologien. Neben klassischen Kennzahlen wird diese permanente Anpassung eine zentrale Aufgabe des Managements werden. Verkürzt: Wir brauchen neben einem ‚Management by Objectives‘ immer mehr auch Transformationskompetenzen, sozusagen ein ‚Management by Transformation‘.“

 

Industrie 4.0Industrie 4.0

3.0: Ist Industrie 4.0 bei KMUs eigentlich schon wirklich angekommen?

Gerhard Kormann: Nicht wirklich. Industrie 4.0 darf nicht zum Selbstzweck in den Unternehmen verkommen. Auch von verkrusteten streng hierarchischen Unternehmensstrukturen müssen wir uns verabschieden und zu einem ‚unternehmerischen Prinzip‘ übergehen, in dem die Belegschaft die nötige Freiheit und die nötigen Anreize für innovatives und kreatives Denken und Handeln vorfinden.

4.0: Was bedeutet Industrie 4.0 konkret für die Instandhaltung der Unternehmen?

Gerhard Kormann: Hier erwarten wir einen großen Umbruch, denn die stetige Digitalisierung ermöglich eine vorausschauende Instandhaltung (predictive maintenance) von Maschinen und Anlagen. Die drei größten Vorteile von Predictive Maintenance sind eine optimierte Produktionsplanung, die Vermeidung von ungeplanten Stillständen sowie eine längere Laufzeit der Maschinen.