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4.0. Fragen an Dr. Werner Rom

F&E: Diese Förderprogramme dürfen Sie erwarten

Als Mitglied des Executive Boards des Instituts für Energiesysteme & Transportanwendungen (IESTA) ist Dr. Werner Rom täglich mit Forschung & Entwicklung im Kontext der internationalen sowie heimischen Fördersysteme konfrontiert. In unserer Serie „4.0 Fragen an …“ setzt er sich mit dem Status Quo auseinander – und wirft einen Blick in die Zukunft der Förderprogramme.

Wie ist es um die F&E-Aktivitäten der heimischen Industrie bestellt?

Nun, Österreich befindet sich im europäischen Spitzenfeld, was die F&E-Quote anbelangt. 2017 lag Österreich hinter Schweden an hervorragender zweiter Stelle. Und dies ist nicht zuletzt den heimischen Unternehmen, vor allem der heimischen Industrie, zu verdanken. Forschung und Entwicklung finden bei uns hauptsächlich im Unternehmenssektor statt: Dieser finanziert etwa die Hälfte aller F&E-Ausgaben in Österreich, Tendenz steigend – und 70% aller heimischen F&E-Beschäftigten sind hier tätig. Auch auf europäischer Ebene sind österreichische Unternehmen hervorragend aufgestellt: Heimische Unternehmen haben im laufenden EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“ die höchste Erfolgsquote in der ganzen EU.

 

Wie wirkt sich das aktuelle österreichische Fördersystem auf die Digitalisierung aus?

Das Hype-Thema Digitalisierung befasst sich ja im weiteren Sinne mit dem Erkennen und Ausschöpfen von Potentialen, die sich aus digitalen Technologien ergeben. Österreich hat hier in den letzten Jahren einige deutliche, positive forschungspolitische Akzente gesetzt, um die Zusammenarbeit zwischen österreichischen Partnern aus Industrie und Forschung zum Thema Digitalisierung zu fördern. Exemplarisch möchte ich hier nur die F&E-Förder-Programme „Produktion der Zukunft“, „Mobilität der Zukunft“ (mit einem immer stärkeren Fokus auf den Bereich Bahn), „IKT der Zukunft“, das „Energieforschungsprogramm“ des Klima- und Energiefonds, oder aber auch das Sicherheitsforschungs-Programm „KIRAS“ erwähnen. Das spiegelt bereits die enorme Bandbreite des Themas Digitalisierung in verschiedensten Anwendungsbereichen wider.

Wie sehen künftigen Entwicklungen im europäischen Fördersystem hinsichtlich F&E bzw. Digitalisierung aus?

2021 startet das neue EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“, das mit knapp 100 Mrd. Euro dotiert ist. Es führt die bislang getrennten Säulen „Industrielle Technologien“ und „Gesellschaftliche Herausforderungen“ in sogenannten thematischen Clustern zusammen: „Digital, Industry and Space“ oder „Climate, Energy and Mobility“ sind nur zwei dieser Cluster. Hier gilt es sicherlich frühzeitig eine vernünftige Balance zwischen Technologie zum Nutzen von Mensch und Gesellschaft und einer möglichen Überfrachtung technologischer Entwicklung zu finden.

Welche Chancen bietet das europäische Fördersystem heimischen Unternehmen?

Es gibt ein klares Bekenntnis zur Grundlagenforschung und entsprechende Forschungsinfrastrukturen. Ergänzend dazu sind gezielte Investitions- und Infrastruktur-Förderprogramme wie „Digital Europe“ oder „Connecting Facility Europe Digital“ in Vorbereitung, die etwa den Breitband- und 5G-Netzausbau, drahtloses Internet, Hochleistungsrechnen, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity, aber auch die Ausbildung digitaler Fähigkeiten unterstützen. Damit bieten sich Österreich, das ja schon bisher enorm vom europäischen Fördersystem profitiert hat, auch in Zukunft enorme Chancen.