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KAUFEN WIRD IMMER BILLIGER – ERHALTUNG DAS NEUE „TEUER“

Instandhaltung im privaten LebenInstandhaltung im privaten Leben

Ob Auto, Haus oder Gesundheit: Die Anschaffungskosten für viele Produkte oder Dienstleistungen sind gesunken, so dass Kaufentscheidungen leicht fallen. Was viele übersehen: die gestiegenen Instandhaltungskosten. Daher ist nachhaltiges Instandhaltungsmanagement wichtiger denn je in der Gesamtkostenbilanz.

Autoerhaltung doppelt so teuer wie Kauf

5,6 Milliarden Euro geben Österreichs Haushalte jährlich für die Anschaffung von Fahrzeugen aus, das Doppelte, also 11,4 Milliarden Euro, fließen in die Erhaltung. Damit ist diese Ausgabe gleich hoch wie die für Nahrungsmittel inklusive Getränken. Das Verhältnis von Anschaffung zu Instandhaltung im Bereich 1:2 sagt viel über die versteckten Kosten, denn viele ÖsterreicherInnen nehmen nur die vordergründig sichtbaren Kosten von Autokauf und Treibstoff wahr. Dazu gehören etwa Reparaturkosten, die sich jedes Jahr im Schnitt um ca. 4 % erhöhen. Ein enormer Kostenfaktor im Land der Autofahrer, das nicht nur einen der höchsten Motorisierungsgrade aufweist, sondern in dem Fahrzeuge nur ein äußerst geringes Lebensalter von knapp 8 Jahren erreichen. 

Fürs Haus 1.500 € Rücklagen pro Jahr einplanen

Ähnlich wie beim Auto unterschätzen viele ÖsterreicherInnen die jährlichen Instandhaltungskosten auch beim Hauskauf. Immobilienexperten gehen davon aus, dass man bei einem Haus pro Monat und Quadratmeter 1 Euro Instandhaltungskosten einplanen sollte. So schlägt ein normales 125-Quadratmeter-Haus mit rund 1.500 Euro pro Jahr zu Buche, die über den Gesamtlebenszyklus jährlich durchschnittlich fällig werden. Bei Häusern mit älterer Bausubstanz müsse man von noch größerer Belastung ausgehen. Im Vergleich zum Auto herrscht durch die längere Lebensdauer des Hauses ein günstigeres Verhältnis von Anschaffung zu Instandhaltung, nämlich bei 2:1 oder 3:1 – immer auch abhängig von Substanzqualität oder Bewohndauer.

Gesundheit: „Humane Instandhaltung“ kostet 5.500 Dollar jährlich

Österreich liegt auf Platz 10 in der Statistik, was die weltweiten Gesundheitsausgaben betrifft. Gleich darunter befindet sich Deutschland, knapp darüber die Niederlande. Spitzenreiter sind die Schweiz, Norwegen und die USA mit ungefähr10.000 Dollar, was einerseits mit dem höheren BIP bzw. andererseits mit dem Gesundheitssystem und teilweise auch mit einer hohen Lebenserwartung zusammenhängen dürfte. Natürlich steigen diese im Alter oder je nach Gesundheitszustand stark an, weswegen der Durchschnittswert nur für wenige reale Personen repräsentativ wirkt. Auch wenn beim Thema Mensch keine „Anschaffungskosten“ in dem Sinn wie bei unseren ersten beiden Beispielen angefallen sind, zeigt die Statistik eindrucksvoll, dass der Faktor Gesundheitserhaltung in die Lebenskosten eingerechnet werden muss.